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Was ist Histamin ?

kopfschmerzBei Histamin handelt es sich um eine farb-, geschmacks- und geruchlose Stickstoff-Verbindung, die in Pflanzen und Tieren vorkommt. Histamin hat die Funktion eines Gewebshormons und eines Neurotransmitters. Es handelt sich also um einen Botenstoff, der je nachdem, wo er zum Einsatz kommt, also im Körpergewebe oder im Nervensystem, verschiedene Funktionen ausübt.

Auch unser eigener Körper stellt Histamin aus einer Vorstufe, der Aminosäure Histidin, her. Die Histamin-Produktion findet in Nervenzellen, Mastzellen und Zellen der obersten Hautschicht statt. Bis zu seinem Einsatz speichern wir das Histamin in verschiedenen Zellen des Körpers. Entsprechend der beabsichtigten Funktion des Histamins sind diese Speicherzellen basophile Granulozyten (also Zellen unseres Immunsystems), Nerven- und Mastzellen. Immer genug Histamin im Körper zu haben, ist für uns sehr wichtig, denn Histamin steuert und aktiviert sehr viele Vorgänge in unserem Organismus.

Funktionen des Histamins

In erster Linie werden wichtige Abwehr- und Entzündungsreaktionen von Histamin ausgelöst. Dadurch schützt sich unser Organismus zum Beispiel vor Schäden durch Eindringlinge oder bei Verbrennungen. Auch der Schlaf-Wach-Rhythmus, unser Hungergefühl und die Verdauungsarbeit unseres Magens werden von Histamin mit beeinflusst. Im zentralen Nervensystem erzeugt Histamin auch den Brechreiz, der uns wirkungsvoll vor Vergiftungen durch schädliche oder verdorbene Lebensmittel schützt.

Histamin und die Forschung

Schon seit dem Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts erforschen Wissenschaftler die Natur des Histamins. So entdeckten sie, dass Histamin in der Pflanzenwelt gerne als Abwehrstoff eingesetzt wird, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Die Brennnessel ist sicherlich der berühmteste Fall. Wer einmal mit ihren Nesselzellen Kontakt hatte, weiß, dass sie Rötungen, Pusteln, Erwärmung. Juckreiz und Schmerzen hervorrufen.

Eine weitere wichtige Entdeckung aus den Frühtagen der Histaminforschung ist die Tatsache, dass Histamin in großen Mengen durch Bakterien gebildet wird, die bei Reife- und Gärprozessen eine wichtige Rolle spielen. Dies ist sehr wichtig für Menschen, die unter einer Histaminintoleranz leiden, denn Sie sollten entsprechende Lebensmittel, bei denen durch ihre Herstellung ein hoher Histamingehalt erwartet werden kann, möglichst vermeiden.

Auch Allergiker kennen Histamin beziehungsweise seine Wirkungen im Körper zur Genüge. Denn bei allergischen Reaktionen setzt unser Körper auch bei vermeintlich harmlosen „Eindringlingen“ Histamin aus seinen Mastzellen frei, was zu den gefürchteten Allergiesymptomen führt. Diese können Rötungen, Juckreiz, Schwellungen, Pusteln auf Haut und Schleimhäuten, Beschwerden des Magen Darm Trakts und vieles mehr sein.

Histamin bei gesunden Menschen

In einem gesunden menschlichen Körper kommt es durch Histamin zu keinen Beschwerden. Denn der Körper hat seine Mechanismen, mit denen er zwar dafür sorgt, dass für den Notfall ständig genug Histamin zur Verfügung steht, das Hormon aber keine Schäden anrichten kann. Hierfür lagert unser Organismus das Histamin sowohl in Nervenzellen als auch in den überall im Gewebe zwischen den Organen vorkommenden Mastzellenein. Erst ein entsprechender Reiz sorgt dann dafür, dass das Histamin freigesetzt wird und dort, wo es benötigt wird, seine Arbeit erledigen kann.

Überschüssiges Histamin, sei es, dass es selbst hergestellt oder auch durch die Nahrung aufgenommen wurde, wird durch entsprechende Enzyme umgewandelt und anschließend mit dem Urin ausgeschieden.

Abbau von Histamin

Im zentralen Nervensystem steht uns für den Histaminabbau das Enzym Histamin-N-Methyltransferase (HNMT) zur Verfügung. Im restlichen Körper zersetzen wir Histamin durch Diaminoxidasen (DOA) und Aldehydoxidasen (AOX1).

Die Freisetzung von Histamin aus seinen Speicherzellen erfolgt beim gesunden Menschen in erster Linie durch Enzyme oder Reize von außen. Es gibt aber auch Lebensmittel, die eine Freisetzung von Histamin in unserem Körper bewirken. Beim Gesunden beginnen dann fast zeitgleich die entsprechenden Enzyme damit, das freigesetzte Histamin wieder abzubauen. Kommt es nun aber zu Störungen in diesem Gleichgewicht, beginnen wir unter dem erhöhten Histaminspiegel zu leiden und Symptome auszubilden.


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