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SocialJetleg – neues Modewort?

Mag. Ariane Hitthaller Mag. Ariane Hitthaller

Und was das alles mit unserer Ernährung zu tun hat

Ich bin vor kurzen bei einer meiner Recherchen auf den Begriff „SocialJetleg“ gestoßen und habe dann sogar in einer deutschen Studie einen Zusammenhang zu unserer Ernährung gefunden. Eigentlich sollte sich mein heutiger Beitrag mit Ernährungstrends beschäftigen aber dieses Thema hat mich dann doch fasziniert. Es ist ein neuer Begriff zu einem uralten Thema und wert es sich genauer anzusehen. Der Chronobiologe Till Roenneberg spricht davon, dass wir in unserer heutigen Zeit nicht mehr nach unserer „sozialen oder inneren Uhr“ leben. Eben weil wir so stark von einem Lebensrhythmus bestimmt werden der von außen kommt und nicht dem unseren, ureigenen entspricht. Immer mehr Menschen sehnen sich aber zurück nach diesem Ureigenen. Wir alle haben Phasen in denen wir besser konzentriert arbeiten können und leistungsstark sind und Phasen in denen wir eher auf Rückzug und Ruhe schalten möchten.

Schon die traditionelle chinesische Medizin spricht von einem gesunden Biorhythmus der zyklisch in 90 Minuten Takt abläuft. Wir können uns 90 Minuten lang gut konzentrieren und brauchen dann eine halbe Stunde Pause. Manche von uns sind Morgenmenschen und manche wahre Nachteulen. In einem 9-5 Job können wir uns daran aber oft nicht halten, geschweigenden an den 90 Minuten/halbe Stunde Pause Rhythmus. Dazu kommen noch die vielen anderen Verpflichtungen. Die Kinder möchten versorgt werden, der Einkauf steht an, der Hund muss raus und zu Hause sollte mal wieder anständig geputzt werden. Dazu sollen wir uns noch ausreichend Bewegen unsere sozialen Kontakte pflegen und auf unsere Ernährung achten.

Till Roenneberg hat in seiner Studie erkannt, dass socialJetleg mit einem steigenden Risiko für Übergewicht zusammenhängt.Dabei hat er vor allem das Schlafverhalten seiner Probanden untersucht. Soziale Verpflichtungen lassen uns also oft nicht mehr dann schlafen wenn wir es gerne möchten bzw. unser Körper es braucht. Dies trifft bei ganzen 80% der Studienteilnehmer zu. Diese 80% beenden ihren Schlaf an normalen Arbeitstagen vorzeitig durch den Wecker. Nur wenige wachen also von selbst auf und bei all den anderen wird die innere Uhr täglich gestört. Was machen wir also? Wir versuchen uns „fit zu dopen“. In harmloseren Fällen durch Kaffee aber immer mehr Menschen greifen auch zu stärkeren Stimulanzien. Menschen mit sozialem Jetleg neigen zudem auch dazu mehr Alkohol zu trinken und zu rauchen. Weitere Aspekte die uns immer mehr aus unserer Mitte bringen können. Die Studie zeigt auch, dass mit jeder Stunde sozialem Jetleg das Risiko für Übergewicht um 33% steigt.

Die daraus resultierenden Symptome sind ähnlich wie beim Reisejetleg. Wir reagieren häufig unkonzentriert, können Magen-Darm Probleme entwickeln oder reagieren mit Appetitlosigkeit. Andere Studien wiederum beschreiben einen Zusammenhang zwischen gestörtem Schlafverhalten und der Erhöhung des Appetits. Vielleicht ist es eben dieser Aspekt, der in weiterer Folge zu Übergewicht führt? Versuchen wir vielleicht unsere Balance durch Nahrungszufuhr wieder herzustellen und uns dadurch die Energie zu geben die uns zu fehlen scheint?

Ständig wechselnde Tages- und Nachtzeiten bringen uns also durcheinander und tun uns nicht gut. Was ist jedoch der Ausweg? Vielleicht ist es besonders wichtig in allen anderen Bereichen achtsam mit sich umzugehen falls sich diese Störung unseres Rhythmus gar nicht vermeiden lässt. Und hier sind es wiederum die altbekannten Methoden die helfen können. Für Ausgleich an den Wochenenden sorgen, da auch genug schlafen und vielleicht einmal darauf verzichten die Freizeit mit vielen Aktivitäten voll zupacken. Wieder mehr auf unsere innere Stimme hören und an freien Tagen einfach mal alle 5 gerade sein lassen und nur das tun was wir wirklich tun möchten. Unseren Körper mit der für uns richtigen Ernährung stärken und mit moderater Bewegung unterstützen. Eine Bewegungsart wählen die uns Freude macht und uns zusätzlich Kraft schenkt. Das sind nur ein paar Anregungen, denn meist wissen wir selbst ganz genau was uns gut tut. Wir müssen nur wieder lernen darauf zu hören.


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