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Wissenswertes über den Weinbau in Österreich und Deutschland

Der Weinbau wird in vielen Ländern großgeschrieben. So auch in Österreich und Deutschland. In Österreich erstreckt sich der Weinbau auf einer Fläche von 45.533 Hektar. Dabei werden auf den Flächen 65,5 Prozent weiße Rebsorten und 34, 5 Prozent rote Rebsorten angepflanzt. Tafeltrauben spielen dabei in Österreich nur eine geringe Rolle. In Deutschland liegt das größte Weinanbaugebiet in Rheinhessen und ist 26.516 Hektar groß. Auf dem zweiten Platz liegt die Pfalz mit einem Weinanbaugebiet von 23.489 Hektar. Schlusslicht bildet Baden mit einer Weinbaufläche von 15.815 Hektar. Rheinland-Pfalz besitzt die meisten Weinbaugebiete und zwei Drittel der gesamten Weinbaufläche in Deutschland.

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Geschichte des Weinbaus in Österreich

Am Hundssteig in Krems an der Donau wurden die ältesten Traubenkerne gefunden. Die Kerne der Wildrebe wurden vermutlich in den Flussauwäldern gesammelt und stammen von 3000 v. Chr. Auch in Nußdorf ob der Traisen wurden Traubenkerne von 2000 v. Chr. gefunden. Österreich kann also auf eine lange Geschichte des Weinbaus zurückblicken. Allerdings wurden die damaligen Trauben vermutlich nicht für die Herstellung von Wein verwendet. Hinweise darauf gibt es jedenfalls bis heute nicht. In vielen Regionen Österreichs wurden ähnliche Funde gemacht. Die Kerne der Kulturrebe aus Stillfried in Niederösterreich stammten von 900 v. Chr. Und gelten als die ältesten gefundenen Traubenkerne in Mitteleuropa und Österreich. Es wird vermutet, dass sie importiert wurden und von getrockneten Weintrauben aus dem Balkanraum stammen. Die Kerne können jedoch auch in Stillfried vermehrt worden sein.

In der Hallstatt- und Latènezeit wurden Rebkerne als Grabbeigabe verwendet, um den Verstorbenen seine Wertschätzung auszudrücken.

Österreich wurde von den Römern besetzt

Das heutige Österreich war um 15 v. Chr. vom Römischen Reich besetzt. Dadurch erhielt der Weinbau Einzug in Österreich. Cassius Dio war Statthalter von Pannonien und Dalmatia. Er erklärte die Qualität des pannonischen Weinbaus für schlecht. Der römische Kaiser Probus (276-282) regierte das Land zwar nur kurz, aber er ist bis heute in Österreich bekannt. In der Historia Augusta ließ er verlauten:

„Gallis omnibus et Hispanis ac Brittannis hinc permisit, ut vites haberent vinumque conficerent.“
„Er erlaubte allen Galliern, Spaniern und Briten, Reben zu besitzen und Wein herzustellen.“

Nördlich der Alpen gelegen, in Österreich und der Mosel, heißt es, dass Kaiser Probus für die Einführung des Weinbaus verantwortlich ist. Die Weinproduktion fand in diesen Regionen vor allem Mitte des 3. Jahrhunderts deutlichen Zuwachs.

Im Jahr 470 wurden in der Vita Sancti Severini, die im Jahre 511 verfasst wurde, Weinbauflächen bei Mautern erwähnt. In Lauriacum wurde darüber hinaus ein Winzermesser aus einer römischen Siedlung im Bereich von Lorch, einem Stadtteil von Enns in Oberösterreich, gefunden. Dieses Winzermesser liefert einen Beweis für den frühen Weinbau zu Zeiten der Römer. Durch Überfälle auf die Pannonische Tiefebene geriet die Entwicklung des Weinbaus ins Stocken.

Hygienische Standards für Wein

Karl der Große errichtete um 800 eine Grenzmark im heutigen Niederösterreich, zwischen den Flüssen Enns, Raab und Drau. Der Herrscher erließ eine Landgüterverordnung. In der Capitulare de villis vel curtis imperii hielt er Informationen über die Verwaltung der Krongüter fest. Darin war unter anderem eine Vorschrift zur Hygiene bei der Weinherstellung enthalten. Karl der Große beschloss, dass die Weinschläuche nicht in Fässern aufbewahrt werden und die Trauben aus hygienischen Gründen nicht mit den Füßen entsaftet werden durften.

Unter der Herrschaft von Karl dem Großen und Ludwig dem Deutschen gewann der Weinbau wieder eine größere Rolle. Die Abteibesitze von Kloster Niederaltaich bis in die Wachau, das Kloster Herrieden und die Hochstifte in Passau, Freising und Regensburg besaßen Ländereien, die sie unter anderem für den Weinbau nutzten.
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Der Weinbau florierte

Der Weinbau in Österreich wurde durch die Herrschaft Heinrich II., der auch Jasomirgott genannt wurde, im Jahr 1145 zusätzlich gestärkt. Insbesondere in Wien. Wein sollte nun nicht mehr nur auf dem Nussberg und dem Bisamberg angebaut werden. Der 3. und 4. Bezirk, die Landstraße und Wieden dienten zu großen Teilen als Weinbaugebiet. Aus einem Stadtplan von 1547 geht hervor, dass der Weinbau auch rund um die Wiener Minoritenkirche stattfand.

Erstmalig wurde im Jahre 1170 der Ankauf von drei Weingärten durch den Wiener Bürger Reingerus urkundlich erwähnt.

Weinbau im mittelalterlichen Österreich

In der Mittelalterlichen Warmzeit und im Heiligen Römischen Reich erreichte die Herstellung von Wein ihren Höhepunkt. Auch der Konsum von Wein stieg zu diesem Zeitpunkt stark an. Im Hochmittelalter waren die Weinbaugebiete zehnmal so groß wie heute. In Salzburg, Oberösterreich, Nordtirol und Kärnten gab es viele Weinbauflächen.

1580 schrieb Johann Rasch das erste 'Weinbuch'. Es gilt als das älteste Buch zum Thema Weinbau und enthält Regeln sowie praktische Tipps für Winzer, Hauer, Wirte und Hausväter sowie gesetzliche Regelungen gegen das Pantschen.

Weinbau in Österreich heute

Die Reblauskatastrophe ab 1867 und Pilzkrankheiten zerstörten einen großen Teil der Weinbauflächen. Erst durch amerikanische Unterlagsreben konnte die Reblauskatastrophe in Europa überwunden werden. 1860 wurde die Weinbauschule Klosterneuburg gegründet. Sie war die erste Weinbauschule weltweit. 15 Jahre später wurde die Weinbauschule Krems gegründet. In Klosterneuburg wurden im 20. Jahrhundert die heute noch beliebten Rebsorten Zweigelt, Blauburger, Goldburger und die Jubiläumsrebe gezüchtet.

Weinbau in Deutschland

In verschiedenen Regionen Deutschlands ist der Weinbau möglich, obwohl der Weinbau gemessen am internationalen Vergleich in deutschen Regionen doch ungewöhnlich ist. Der Anbau von Wein ist nur möglich bei einem entsprechenden Meso- und Mikroklima.

Die Weinberge sind meist steil nach Süden oder Westen ausgerichtet, damit für die Reben die perfekte Sonneneinstrahlung gewährleistet ist. In der Regel befinden sich die Weinberge an gut geschützten Orten, in der Nähe von Flüssen.

Die Weinanbaugebiete sind immer zur Sonne ausgerichtet, damit die Böden tagsüber die Sonnenwärme speichern können, sodass vorzeitiger Nachtfrost ausgeschlossen werden kann. Durch die Steillage kann die kalte Luft zudem schneller abtransportiert werden. Weinbaugebiete im Norden Deutschlands, haben es meist schwer frühreifende und winterfrostharte Rebsorten zu züchten.

Wie kam der Weinbau nach Deutschland?

Wein wurde schon bei den Kelten gern getrunken. Es wird vermutet, dass sie Früchte von Wildreben, die an der Mosel wuchsen, auspressten, und die Früchte vergären ließen. Bereits in der Jungsteinzeit waren im Moselraum Wildreben zu finden. Die Kelten importierten Wein in Amphoren noch bis zu Zeiten der römischen Herrschaft.

Im gallischen Krieg, den Gaius Julius Caesar hervorrief, nahmen die römischen Legionen das Rhonetal bis an die Mosel und den Rhein ein und der Weinbau erhielt Einzug in Deutschland. Die reichen Menschen bevorzugten jedoch eher Weine aus den südlichen Gefilden. Kaiser Domitian (81-96) entschied 92 n. Chr. den Weinbau in gallischen Provinzen einzuschränken, um den Weinhandel zu schützen.

Erst 278 n. Chr. hob Kaiser Probus (232-282)die Verordnung wieder auf. Durch das Anwachsen der römischen Zivilisation und die Stationierung großer Heere wurde schließlich mehr Wein benötigt.

Kaiser Probus zählt bis heute in vielen Regionen zu den bekanntesten römischen Kaisern. Dies hat er einer Nachricht in der Historia Augusta, der Probus-Biographie, zu verdanken. In Kapitel 18,8 des Buches steht geschrieben: „Gallis omnibus et Hispanis ac Brittannis hinc permisit, ut vites haberent vinumque conficerent.“

„Er erlaubte allen Galliern, Spaniern und Briten, Reben zu besitzen und Wein herzustellen.“ – Kaiser Probus

Der landwirtschaftliche Weinbau in Deutschland, begann bereits im 1. Jahrhundert. Dies wurde 1977 durch Ausgrabungen römerzeitlicher Kelteranlagen archäologisch nachgewiesen. Bei Umlegungsarbeiten alter Weinberge an der Mittelmosel wurden Anlagen gefunden und lieferten einen Hinweis darauf, dass bereits ab dem 1. Jahrhundert in Hand- und Steillagen Wein angebaut wurde. 1979 wurden in der Pfalz in Bad Dürkheim Ungstein, Wachenheim ähnliche Funde gemacht, die belegen, dass dort bereits in der römischen Zeit Wein angebaut wurde.

Der älteste Weinberg Deutschlands

Als älteste Weinbergslage Deutschlands gilt die 'Niersteiner Glöck'. Eine Urkunde von 742 räumt diesem Weinberg eine Sonderstellung unter den historischen Rebflächen in Deutschland ein. Die 'Niersteiner Glöck' steht in Verbindung mit dem Weinberg und der St. Kilianskirche von Nierstein, deren Vorgängerin, die St. Marienkirsche ist. Karlmann schenkte sie im Jahr 742 dem Bistum Würzburg.

Weinhandel im Mittelalter

Wein war nicht nur im Mittelalter eine der beliebtesten Getränke. Das warme Klima im Mittelalter sorgte dafür, dass die Bevölkerung schnell wuchs und in Europa der Weinbau eine immer größer werdende Bedeutung gewann. Die Weinbauflächen wurden meist in der Nähe von Städten angelegt, damit der Weinhandel in der Stadt einfacher durchgeführt werden konnte und lokale Märkte sich leichter beliefern ließen. Aufgrund des Alkohols war Wein früher weniger keimhaltig als Wasser, weshalb die Menschen bevorzugt Wein statt Wasser genossen.

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